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Hallo Ihr
Diese Seite widme ich einem Menschen den es so nicht mehr gibt, der aber für immer eine der wichtigsten Personen meines Lebens sein wird.


Es ist schon einige Zeit her, fast zwei Jahre, dass er uns genommen wurde. Ich spreche hier von meinem Freund und größten Schatz, Boris.
Wir wollten heiraten, Kinder, alles was dazu gehört und das in dem Alter, aber mit ihm hätte ich wirklich alles unternommen.
Man sagt, dass man erst merkt, wieviel einem ein Mensch bedeutet hat, wenn es ihn nicht mehr gibt, das mag stimmen, aber auch nicht.

Boris war schon immer sehr krank, er hatte Mukoviszidose, das ist eine Lungenkrankheit, die leider nicht zu kurieren ist, jedoch war sie bei ihm nicht sehr stark ausgeprägt. Laut Aussage seines Arztes, hätte er damit gut 50, 60 sind fraglich, Jahre alt werden können.
Er musste schon von kleinauf immer viele Medikamente nehmen, war aber ansonsten uneingeschränkt in seinen Hobbies tätig. Er spielte viel und gerne Tischtennis, oder werkelte am PC herum, technisch war er wirklich begabt und ich habe ihn so manches Mal zum Wahnsinn getrieben, weil ich nicht mit dem PC umgehen konnte und er mir alles wieder und wieder erklären musste. ich erinnere mich noch sehr genau an die schwierige Installierung und Autorisierung von IRC
Er hatte zwei Tage nach mir Geburtstag und ich denke nicht, dass ich nochmal einen Menschen finden werde, der mir so ähnlich ist, das perfekte Pendant *g* Wir hatten viel Spaß, fast immer die gleichen Gedanken und wenn wir Streit hatten und 2 Stiere gegeneinander prallten, dann flogen die Fetzen, aber es war doch schön und hat nie lange angehalten
Es gab so manche Situationen wo wir schmollend in der Wohnung saßen, ich habe mir auch eine Menge blöder Sprüche anhören dürfen, aber nie so, dass ich ihm hätte böse sein können, er hatte dieses verschmitzte "kleine Jungen-Lächeln". Immer einen Spruch auf den Lippen, oder einen Witz.
Er hat mir einfach alles bedeutet und ich habe die Zeit sehr intensiv erlebt, da ich durch die Krankheit nie wusste, wie lange er mir bleibt, schließlich kann ja immer etwas passieren, aber das war eigentlich nie der Fall. Klar, er hatte Tage, da ging es ihm schlecht und er hatte Schmerzen und dann hatte er wieder Tage, da war er so gut drauf, dass er aufpassen musste, dass ich ihn nicht persönlich umbringe ^^.
Woran ich mich immer noch besonders erinnere, sind sein Lächeln und seine Augen, auf die wäre jedes Mädel neidisch gewesen :D Eigentlich mag ich keine blauen Augen, aber seine waren so dunkel, dass sie fast schon braun erschienen.
Letztes Jahr, ausgerechnet an Allerheiligen, da sah ich ihn zum letzten Mal, wir hatten noch dieses Wochenende.
Nachdem er sein Studium wegen zu vieler Fehlzeiten nicht abschließen konnte, zog er wieder zurück zu seinen Eltern nach Nürnberg und fing dort eine Ausbildung als Industriekaufmann an, vorher studierte er Maschinenbau. Die Ausbildung gefiel ihm sehr gut und er sprach immer mit Begeisterung davon
Sie fand in einer Behindertenwerkstatt statt und es puschte sein Selbstvertrauen ungemein, als die Ausbilder an ihn herantraten und fragten, ob er nicht Nachhilfe geben könne
Ich lernte zum ersten Mal seine Eltern kennen, die ich vorher nur telefonisch kannte und wurde sofort aufgenommen. Ich weiß bis heute nicht, wo ich nochmal so liebe Menschen finden werde.
Jedenfalls musste er nach unserem Wochenende ins Krankenhaus, nach Erlangen und dort ist es dann passiert. Ein Arzt, den ich hier auch namentlich benennen werde, weil es für mich das größte Schwein auf Erden ist, sogenannter Dr. Krandler, sorgte dafür, dass er nie wieder aufwachen sollte.
Nachdem sich sein Zustand, durch eine dort eingefangene Bronchitis verschlechtert hatte, führte dieser "Arzt" eine Bronchoskopie an meinem Schatz durch, vorher und ab dann ging alles nur noch schief.
Es sind so viele Ungereimtheiten, dass wir bis heute nicht wissen wie es dazu kommen konnte.
Boris sollte um 19 Uhr dran sein, da habe ich ihn auch zum allerletzten Mal telefonisch gesprochen. Laut Protokoll verzögerte sich das Ganze schließlich bis Mitternacht und dort stocherte dieser "Arzt" meinem Schatz nicht wie vorgesehen eine halbe bis maximal eine Stunde in der Lunge herum, nein er brauchte tatsächlich 4!!! Stunden für die Bronchoskopie. 4! Stunden um nur einen einzigen Lungenflügel abzusaugen. Er bemerkte nicht, wie der Kreislauf kollabierte, bemerkte auch nicht, dass er ihm alles aufriss, die ganzen Bakterien die eingekapselt waren, wieder "freiließ". Es sah zum Ende so aus, dass Boris mit einem Luftröhrenschnitt, an Dialysemaschinen und Beatmungsgeräten hing. Er war 25 und als ich ihn noch gesprochen habe, da ging es ihm nicht berauschend, aber eine Bronchoskopie, die macht man erst wenn es gar nicht mehr geht, wenn der Patient den Schleim nicht mehr alleine abhusten kann. Boris wurde nie aufgeklärt, dass so etwas tödlich ausgehen kann. Er hat nichts unterschrieben. Ich weiß es noch wie heute, seine letzte sms war "Schatz, mach Dir keine Sorgen, geht jetzt los, die saugen mir die Lunge ab, ich meld mich dann morgen bei Dir, hoff ich." Das hat mich schon stutzig gemacht, dieses "hoff ich", seit diesem Zeitpunkt hatte ich absolute Panik, aber ich habe mir gedacht, das ist doch normal, wenn man einen Menschen so liebt, dann macht man sich solche Sorgen. Aber in der Nacht steigerte sich das zu einer regelrechten Panik, eine meiner Freundinnen kam vorbei, weil ich fast durchgedreht wäre und ich weiß bis heute nicht warum. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass sein Vater ebensolche Panik hatte, aber wir haben beide gedacht, das ist normal und wenn ein Arzt sagt was gemacht werden muss, dann vertraut man ihm doch, oder? Als Laie kann man da nie so genau etwas sagen. Ein weiterer Punkt, dass schon nichts schief gehen sollte, war dass sogenannter "Arzt" eine "Koryphäe" auf seinem Gebiet sein sollte, später stellte sich heraus, dass Koryphäe in der Erlangener Uni Klinik wohl heißt, schwer zu führender Mitarbeiter.
Am Sa Nachmittag um 17.13 kam der Anruf von Inge, Boris´Mutter, "Anna, es hat Komplikationen gegeben", da wusste ich es schon und bin in Tränen ausgebrochen. Man sollte nicht meinen, dass die Klinik mal früher Bescheid gegeben hätte, nein, warum auch??! Inge musste dort anrufen um überhaupt etwas zu erfahren!
Das Ende vom Lied war, dass Erlangen keine Erfahrung mit so einer Situation hatte und hilfesuchend alle möglichen Kliniken von Hannover bis Berlin anrief um meinen Schatz unterzubringen. Essen hat ihn schließlich angenommen. Er wurde mit dem Hubschrauber nach Essen geflogen, Inge ist mitgeflogen, unterwegs ging ihnen noch der Sauerstoff aus, hat man sowas schon gehört? Es war so, als wollte man uns unter allen Umständen Boris entreißen.
Essen hat alles gegeben, wirklich alles und ich bin dem Essener Personal auch sehr dankbar, sie haben sich so bemüht, doch es sollte nichts helfen. Am Freitag, eine Woche nach dem Eingriff starb mein Schatz an einem septischen Schock. Es war um 12 . 13. Eine Transplantation wäre unmöglich gewesen und ich weiß, dass er das auch nicht gewollt hätte. Er war von Viren befallen, gegen die es noch keine Antibiotika gab und die haben selbst ungeteste Sachen noch an ihm ausprobiert, aber er hatte keine Chance mehr, die in Erlangen hatten ihn schon vollkommen versaut.
Am Mittwoch war die Beerdigung, es war der 1. Dezember.

Wenn ich das heute nochmal erleben würde und wieder so ein Gefühl hätte, ich würde schreien, "Lass es!", wenn ich ihn nochmal sehen würde, dann würde ich ihm sagen wieviel er mir bedeutet und nicht nur wie meine letzte SMS lautete:" Schatz, Du schaffst das schon, ich denk an Dich, lieb Dich"
Das wäre mein größter Wunsch, nocheinmal die Chance zu haben, zu sagen WIE SEHR ich ihn eigentlich liebe. Doch ich sehe nur das Grab und jedes Mal habe ich nur den Wunsch mich dazuzulegen.
Natürlich läuft eine Klage gegen diesen Arzt und die Klinik, aber das wird sich natürlich noch eine Weile hinziehen. Bis heute haben wir nicht einmal eine Entschuldigung erhalten. Was wir bis jetzt nur erreicht haben, ist, dass der Vertrag mit diesem "Arzt" nicht mehr verlängert wird. Ich habe diesen "Arzt" noch nie gesehen. Man hat mich noch nie zu ihm gelassen. Ich weiß, dass das vermutlich besser so ist, denn so sehr wie ich ihn geliebt habe, hasse ich diesen Arzt aus tiefstem Herzen und ich wünsche ihm und seiner Familie, auch wenn die nichts dafür können, alles Schlechte auf der Welt, ich wünsche ihm, dass so etwas mit ihm gemacht wird, dass er diesen Schmerz spüren kann, der einen innerlich zerreißt und nicht mehr schlafen, oder zur Ruhe kommen lässt. Das bringt ihn mir nicht zurück, dessen bin ich mir vollends bewusst, aber ich weiß nicht, was ich noch machen soll.

Heute befinde ich mich in Therapie, ich bekomme starke Antidepressiva, doch wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich, dass es mir nicht weiterhilft.
Und dann gibt es so Nächte, da ist man wirklich bereit den letzten Schritt zu tun und wagt es nicht, aus Angst, dass sollte es einen Gott geben, er mich dann nicht zu ihm lässt. Oder wenn ich bedenke wie gerne mein Schatz noch leben würde, wie sauer er wäre, wenn ich das wegschmisse. Aber sie sind da und sie machen einen auf lange Zeit wirklich fertig.
Ich war in einer Trauergruppe, doch was hilft es Menschen zu verstehen?

Was ich daraus erfahren durfte ist jedoch genau so schön, ich weiß wie es ist wirklich zu lieben und geliebt zu werden, ich weiß, dass ich ihn immer lieben werde und vielleicht hört es auch irgendwann auf nicht mehr ganz so weh zu tun. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass alles irgendwann ein Ende hat und ich ihn dann vielleicht wiedersehe und ansonsten versuche ich den Tag herumzubekommen, einen nach dem anderen und irgendwann schaffe ich es vielleicht auch an ihn zu denken, ohne direkt zu heulen

Zum Schluß, möchte ich mich bedanken, bei Boris, den ich immer noch über alles liebe und wenn ich die Chance habe ihn wiederzusehen, werde ich es ihm sagen, wenn er es nicht schon weiß
Und bei meinen Freunden, meiner und seiner Familie, mit der ich heute noch sehr guten Kontakt habe. Es hat sich herausgestellt wer wirkliche Freunde sind, Leute von denen man es nie erwartet hätte und es gab auch große Enttäuschungen.

Trotzdem ein riesiges DANKE an alle die mit mir diese Zeit durchgestanden haben!

Ich hab Euch wahnsinnig lieb!!




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